Psalme Sammlung Teil 3

Psalm 42

Wie des Hirsch lechzt nach frischen Wasser,

so lechzt meine Seele, Gott, nacht dir.

Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott.

Wann darf ich kommen

und Gottes Antlitz schauen?

Tränen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht;

denn man sagt zu mir den ganzen Tag:

“Wo ist nun dein Gott?”

Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke:

wie ich zum Hause Gottes zog in festlicher Schar,

mit Jubel und Dank in feiernder Menge.

Meine Seele, warum bist du betrübt

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

meinen Gott und Retter, auf den ich schaue.

Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich

im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg.

Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser,

all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.

Bei Tag schenke der Herr seine Huld;

ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens.

Ich sage zu Gott, meinem Fels;

“Warum hast du mich vergessen?

Warum muß ich trauernd umhergehen,

von meinen Feind bedrübt?”

Wie ein Stechen in meinen Gliedern

ist für mich der Hohn der Bedränger;

denn sie rufen mir ständig zu:

“Wo ist nun dein Gott?”

Meine Seele, warum bist du betrübt

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

meinen Gott und Retter, auf den ich schaue.

 





Psalm 49

Hört dies an, ihr Völker alle,

vernehmt es, alle Bewohner der Erde!

Ihr Leute aus dem Volk und aus dem Adel,

Reiche und Arme zusammen!

Mein Mund spreche weise Worte,

was mein Herz ersinnt, sei voller Einsicht.

Ich wende mein Ohr einem Weisheitsspruch zu,

ich erfülle mein Geheimnis beim Harfenspiel.

Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten,

wenn mich der Frevel tückische Feinde umgibt?

Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz

und rühmen sich ihres großen Reichtums.

Loskaufen kann doch keiner den anderen

noch an Gott für ihn eine Sühnegeld zahlen

- für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch;

für immer muß man davon abstehen -,

damit er auf ewig weiterlebt

und niemals das Grab schaut.

Denn man sieht: Weise sterben,

genauso gehen Tor und Narr zugrunde,

sie müssen anderen ihren Reichtum lassen.

Das Grab ist ihr Haus auf ewig,

ist ihre Wohnung für immer,

ob sie auch Länder nach ihren Namen nennen.

Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht,

er gleicht dem Vieh, das verstummt.

 





Psalm 51

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab

und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen taten,

meine Sünde steht mir immer vor Augen.

Gegen dich allein haben ich gesündigt,

Ich habe getan, was dir mißfällt.

So behältst du recht mit deinem Urteil,

rein steht du als Richter.

Denn ich bin in Schuld geboren;

in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Lauterer Sinn im Verborgenen gefällt dir,

im Geheimen lehrst du mich Weisheit.

Entzünde mich mit Ysop, dann werde ich rein;

wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.

Sättige mich mit Entzücken und Freude!

Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,

tilge all meine Frevel!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Mach mich wieder froh mit deinem Heil;

mit einem willigen geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege,

und die Sünder kehren um zu dir.

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles,

dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.

Herr, öffne mir die Lippen,

und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;

an Brandopfer hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

wirst du, Gott, nicht verschmähen.

In deiner Huld tu Gutes an Zion;

bau die Mauern Jerusalems wieder auf!

Dann hast du Freude an rechten Opfern,

an Brandopfern und Ganzopfern,

dann opfert man Stiere auf deinem Altar. nach oben





Psalm 66

Jauchzt vor Gott. alle Länder der Erde!

Spielt zum Ruhm seines Namens!

Verherrlicht ihn mit Lobpreis!

Sagt zu Gott: “ Wie ehrfurchtgebietend sind deine Taten;

vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen.

Alle Welt bete dich an und singe dein Lob,

sie lobsinge deinen Namen!

Kommt und seht die Taten Gottes!

Staunenswert ist sein Tun an den Menschen:

Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

sie schritten zu Fuß durch den Strom;

dort waren wir über ihn voll Freude.

In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig;

seine Augen prüfen die Völker.

Die trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben.

Preist unseren Gott, ihr Völker;

laßt laut sein Lob erschallen!

Er erhielt uns am Leben

und ließ unseren Fuß nicht wanken.

Du hast, o Gott, uns geprüft

und uns geläutert, wie man Silber läutert.

Du brachtest uns in schwere Bedrängnis

und legtest uns eine drückende Last auf die Schulter.

Du ließest Menschen über unsere Köpfe schreiten.

Wir gingen durch Feuer und Wasser.

Doch du hast uns in die Freiheit hinausgeführt.

 





Psalm 73

Ich bleibe immer bei euch,

du hältst mich an meiner Rechten.

Du leitest mich nach deinem Ratschluß

und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit.

Was habe ich im Himmel außer dir?

Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde.

Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten,

Gott ist der Fels meines Herzens

und mein Anteil auf ewig.

Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde;

Ich aber - Gott nahe zu sein, ist mein Glück.

Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen.

Ich will all deine Taten verkünden.

 





Psalm 76

Furchtbar bist du. Wer kann bestehen vor dir,

vor der Gewalt deines Zornes?

Vom Himmel her machst du das Urteil bekannt;

Furcht packt die Erde, und sie verstummt,

wenn Gott sich erhebt zum Gericht,

um allen Gebeugten auf der Erde zu helfen.

Denn auch der Mensch voll Trotz muß dich preisen

und der Rest der Völker dich feiern.

Legt Gelübde ab und erfüllt sie dem Herrn, eurem Gott!

Ihr alle ringsum, bringt Gaben ihm, den ihr fürchtet.

Er nimmt den Fürsten den Mut,

furchterregend ist er für die Könige der Erde.