Psalme Sammlung Teil 5

Psalm 100:

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde!

Dient dem Herrn mit Freude!

Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!

Erkennt: Der Herr allein ist Gott.

Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,

sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!

Kommt mit Loggesang in die Vorhöfe seines Tempels!

Dankt ihm, preist seinen Namen!

Denn der Herr ist gütig,

ewig währt seine Huld,

von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

 




Psalm 107

Der Herr mache Ströme zur dürren Wüster,

Oasen zum dürstenden Ödland,

fruchtbares Land zur salzigen Steppe,

denn seine Bewohner waren böse.

Er machte die Wüste zum Wasserteich,

verdorrtes Land zu Oasen.

Dort siedelte er Hungernde an,

sie gründeten wohnliche Städte.

Sie bestellten Felder, pflanzten Reben

und erzielten reiche Ernten.

Er segnete sie, so dass sie sich gewaltig vermehrten,

gab ihnen grosse Mengen an Vieh.

Dann aber wurden sie geringer an Zahl,

gebeugt unter der last von Leid und Kummer.

Er goss über die Edlen Verachtung aus,

liess sie umherirren in wegloser Wüste.

Die Armen hob er aus dem Elend empor

und vermehrte ihre Sippen, einer Herde gleich.

Die Redlichen sehn es und freuen sich,

doch alle bösen Menschen verstummen.

Wer ist Weise und beachtet das alles,

wer begreift die reiche Huld des Herrn?

 





Psalm 110

So spricht der Herr zu meinem Herrn:

Setze dich mir zur Rechten,

und ich lege dir deine feinde als Schemel unter die Füße.

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus:

“Herrsche inmitten deiner Feinde!”

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht,

wenn du erscheinst im heiligem Schmuck;

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern,

wie den Tau in der Frühe.

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen:

“Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.”

Der Herr steht dir zur Seite;

er zerschmettert Könige am Tage seines Zorns.

Er trinkt aus dem Bach am Weg;

so kann er von neuem das Haupt erheben.

 




Psalm 111

Den Herrn will ich preisen von ganzen Herzen

im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.

Groß sind die Werke des Herrn,

kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er waltet in Hoheit und Pracht,

seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.

Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,

der Herr ist gnädig und barmherzig.

Er gibt denen Speise, die ihn fürchten,

an seinen Bund denkt er auf ewig.

Er hat seinen Volk seine machtvollen Taten kundgetan,

um ihm das Erbe des Völker zu geben.

Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig,

all seine Gebote sind verläßlich.

Sie stehen fest für immer und ewig,

geschaffen in Treue und Redlichkeit.

Er gewährte seinem Volk Erlösung

und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten.

Furchtgebietend ist sein Name und heilig.

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit;

alle, die danach leben, sind klug.

Sein Ruhm hat Bestand für immer.

 




Psalm 114

Als Israel aus Ägypten auszog,

Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,

da wurde Juda Gottes Heiligtum,

Israel das Gebiet seiner Herrschaft,

Das Meer sah es und floh,

der Jordan wich zurück.

Die Berge hüpften wie Widder,

die hügel wie junge Lämmer.

Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst,

und mit dir Jordan, dass du zurückweichst?

Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder,

und ihr Hügel, wie junge Lämmer?

Vor dem Herrn erbebe, du Erde,

vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,

der den Fels zur Wasserflut wandelt

und Kieselgestein zu quellenden Wasser.

 





Psalm 117

Lobet den Herrn, alle Völker,

preist ihn, alle Nationen!

Denn mächtig waltet über uns seine Hand,

die treu des Herrn währt in Ewigkeit.

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Psalm 119 (Verse 113-120 Samech)

Zwiespältige Menschen sind mir von Grund auf verhaßt,

doch dein Gesetz ist mir lieb.

Du bist meine Schutz und mein Schild,

ich warte auf dein Wort.

Weicht zurück von mir, ihr Bösen!

ich will die Gebote meines Gottes befolgen.

Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast.

Laß mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!

Gib mir Halt, dann finde ich Rettung;

immer will ich auf deine Gesetze schauen.

Alle, die sich von deinem Gesetzen, verwirfst du;

denn ihr Sinnen und Trachten ist Lüge.

Alle Frevier im Land sind für dich wie Schlacken,

darum liebe ich, was du gebietest.

Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib,

vor deinen Urteil empfinde ich heilige Scheu

 





Psalm 119 (Verse 137-144 Zade)

Herr, du bist gerecht,

und deine Entscheide sind richtig.

Du hast deine Vorschriften erlassen in Gerechtigkeit

und in großer Treue.

Der Eifer für dich verzehrt mich;

denn meine Gegner vergessen deine Worte.

Deine Worte sind rein und lauter;

dein Knecht hat sie lieb.

Ich bin gering und verachtet,

doch ich vergesse nie deine befehle.

Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit,

deine Weisung ist Wahrheit.

Mich trafen Not und Bedrängnis,

doch deine Gebote machen mich froh.

Deine Vorschriften sind auf ewig gerecht,

Gib mir Einsicht, damit ich lebe.

 




Psalm 121

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Er läßt deinen Fuß nicht wanken;

er, der dich behütet, schläft nicht.

Nein, der Hüter Israel

schläft und schlummert nicht.

Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten;

er steht dir zur Seite.

Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden

noch der Mond in der Nacht.

Der Herr behüte dich vor allem Böen,

er behüte dein Leben.

Der Herr behüte dich,

wenn du fortgehst und wiederkommst,

von nun an bis in Ewigkeit.

 





Psalm 123

Ich erhebe meine Augen zu dir,

der du hoch im Himmel thronst.

Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn,

wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin,

so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott,

bis er uns gnädig ist.

Sie uns gnädig, Herr, sei uns gnädig!

Denn übersatt sind wir vom Hohn der Spötter,

übersatt ist unsre Seele von ihrem Spott,

von der Verachtung der Stolzen.

 




Psalm 125

Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg,

der niemals wankt, der ewig bleibt.

Wie Berge Jerusalem rings umgeben,

so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig.

Das Zepter des Freviers soll nicht

auf dem Erbland der Gerechten lasten,

damit die Hand der Gerechten nicht nach Unrecht greift.

Herr, tu Gutes den Guten,

den Menschen mit redlichem Herzen!

Doch wer auf krumme Wege abbiegt,

den Jage, Herr, samt den Freviern davon!

Frieden über Israel!

 




Psalm 135

Herr, dein Name wehrt ewig,

das Gedenken an dich, Herr,

dauert von Geschlecht zu Geschlecht.

Denn der Herr verschafft Recht seinem Volk;

er hat mit seinen Knechten Mitleid.

Die Götzen der Heiden sind nur Silber und Gold,

ein Machtwerk von Menschenhand.

Sie haben einen Mund und reden nicht,

Augen und sehen nicht;

sie haben Ohren und hören nicht;

auch ist kein Hauch in ihren Mund.

Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machtwerk gleichen,

alle, die den Götzen vertrauen.

Haus Israel, preise den Herrn!

Haus Aaron, preise den Herrn!

Haus Levi, preise den Herrn!

Alle, die ihr den Herrn fürchtet, preist den Herrn!

Gepriesen sei der Herr auf Zion,

er, der thront in Jerusalem.

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Psalm 145

Der Herr ist treu in all seinen Worten,

voll Huld in all seinen Taten.

Der Herr stützt alle, die fallen,

und richtet alle Gebeugten auf.

Aller Augen warten auf dich,

und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

Du öffnest deine Hand

und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut,

voll Huld in all seinen Werken.

Der Herr ist allem, die ihn anrufen, nahe,

allen, die zu ihm aufrichtig rufen.

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er,

er hört ihr Schreien und rettet sie.

Alle, die ihn lieben, behütet der Herr,

doch alle Frevler vernichtet er.

Mein Mund verkündet das Lob des Herrn.

Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!

 





Psalm 147

Jerusalem, preise den Herrn,

lobsinge, Zion, deinem Gott!

Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,

die Kinder in deiner Mitte gesegnet;

er verschafft deinen Grenzen Frieden

und sättigt dich mit bestem Weizen.

Er sendet sein Wort zur Erde,

rasch eilt sein Befehl dahin.

Er spendet Schnee wie Wolle,

streut den Reif aus wie Asche.

Eis wirft er herab in Brocken,

vor seiner Kälte erstarren die Wasser.

Er sendet sein Wort aus, und sie schmelzen,

er läßt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.

Er verkündet Jakob sein Wort,

Israel seine Gesetze und Rechte.

An keinem anderen Volk hat er so gehandelt,

keinem sonst seine Rechte verkündet.

 





Psalm 148

Lobet den Herrn vom Himmel her,

lobt ihn in den Höhen:

Lobt ihn, all seine Engel,

lobt ihn, all seine Scharen;

lobt ihn, Sonne und Mond,

lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne;

lobt ihn, alle Himmel

und ihr Wasser über dem Himmel!

Loben sollen sie den Namen des Herrn;

denn er gebot, und sie waren erschaffen.

Er stellte sie hin für immer und ewig,

er gab ihnen ein Gesetz das sie nicht übertreten.

Lobet den Herrn, ihr auf der Erde,

ihr Seeungeheuer und all ihr Tiefen,

Feuer und Hagel, Schnee und Nebel,

du Sturmwind, der sein Wort vollzieht,

ihr Berge und all ihr Hügel,

ihr Fruchtbäume und alle Zedern,

ihr wilden Tiere und alles Vieh,

Kriechtiere und gefiederte Vögel,

ihr Könige der Erde und alle Völker,

ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,

ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen,

ihr Alten mit den Jungen!

Loben sollen sie den Namen des Herrn;

denn sein Name allein ist erhaben,

seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.

Seinen Volk verleiht er macht,

das ist ein Ruhm für all seine Frommen,

für Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf.

 





Psalm 149

Singt dem Herrn ein neues Lied!

Sein Lob erschalle in der Gemeinschaft der Frommen.

Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen,

die Kinder Zions über ihren König jauchzen.

Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz,

ihm spielen auf Pauken und Harfen.

Die Herr hat an seinem Volk Gefallen,

die Gebeugten krönt er mit Sieg.

In festlichen Glanz sollen die Frommen frohlocken,

auf ihren Lagern jauchzen:

Loblieder auf Gott in ihren Mund,

ein zweischneidiges Schwert in der Hand,

Um die Vergeltung zu vollziehen an den Völkern,

an den Nationen das Strafgericht,

um ihre Könige mit Fesseln zu binden,

ihre Fürsten mit eisernen Ketten,

um Gericht über sie zu halten, so wie geschrieben steht.

Herrlich ist das für all seine Frommen.