Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara




Eine Novene wird in der Regel an 9 aufeinanderfolgenden Tagen gebetet. Es kann auch ein anderer Rhythmus gewählt werden. Wichtig ist nicht, welche Worte in welcher Reihenfolge gebetet werden. Wichtig ist das vertrauensvolle Gebet an Gott, an das der Beter dank einer Novene herangeführt werden soll. Die Novene ist ein Gebet an Gott auf die Fürsprache des jeweiligen Heiligen, an den die Novene gerichtet ist. Nach katholischem Glauben ist das Gebet eines Heiligen besonders "wirkungsvoll". Mit der Novene bittet man den jeweiligen Heiligen, dass dieser mit dem Betenden in dessen Anliegen mitbeten soll. Der Grund, warum Katholiken (oder auch Andersgläubige) Heilige bitten, für sie zu beten, liegt in der Bibelstelle "Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten (Jak5, 16)" begründet. "Wie viel mehr, mag dann das Gebet eines Vollkommenen bewirken, wenn das Gebet eines Gerechten schon so viel vermag?", so die Schlussfolgerung des katholischen Glaubens. Da die Heiligen schon bei Gott sind, haftet an ihnen nichts Sündhaftes mehr. Sie sind dank der Gnade Gottes schon vollkommen. Eine Novene (zum Beispiel zur Heiligen Klara) kann also tatsächlich eine "einschlagende" Wirkung haben. Und gerade weil das Gebet eines Vollkommenen so "wirkungsvoll" sein kann, wird immer wieder berichtet, dass Anliegen, die vertrauensvoll in eine Gebetsnovene an Gott gerichtet wurden, fast immer erhört wurden. Eine Novene sollte aber dennoch niemals als "Zauberformel" gebraucht werden. Jedes magische Denken schadet der Seele mehr, als das es ihr nützen könnte. Hier sollte sich auch der praktizierende Katholik immer wieder prüfen, ob magisches Gedankengut seinen Glauben zu vergiften droht. Man sollte seinen Willen IMMER dem Willen Gottes unterstellen. Nicht, weil man keinen eigenen Willen haben dürfte, sondern weil Gott viel besser weiß, was für die einzelne Seele und ihre Mitmenschen am besten ist. Blickt man in seine eigene Vergangenheit, dann war es so manches Mal gut, dass uns Gott nicht immer das gegeben hat, um was wir ihn gebeten hatten. Ist es nicht so? ;-)


Gottes Antwort auf ALLE Gebete ist entweder:


Bald


Jetzt noch nicht


oder


Ich habe etwas Besseres für dich!






Ist das nicht wunderbar zu wissen?







Der erste Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.


Gott, Du hast uns die Heiligen als Vorbild und Beispiel durch deine Kirche geschenkt. Wir sind noch unterwegs und es ist oft nicht einfach. Zeige mir meinen Weg, den Weg, den Du mir vorbereitet hast, der mich zu Dir und zu den Menschen - und zu mir selber führt... wo ich ein mehr liebender Mensch werden kann! In diesen neun Tagen möchte ich Dir dieses Anliegen anvertrauen: ... (hier kann eine persönliche Bitte ausgesprochen werden).

Nach dem Testament der hl. Klara:

Unsere Berufung ist eine besondere Gnade, die uns der Vater der Erbarmungen schenkte und täglich schenkt. Deshalb werde Deiner Berufung inne!

Jesus Christus selbst ist uns Weg geworden! Schon damals, als ich noch in all dem lebte, was meinen Möglichkeiten entsprach (ich war als Adelige sehr gut situiert), hat mich Gott mit seinen Wohltaten überschüttet. Denn er dachte an mich schon voraus: Ich war noch bei meiner Familie wohlhabend aufgehoben, da sprach Franziskus beim Bau von Kloster San Damiano: "Hier werden Frauen leben, die den Herrn mit ihrem Leben verherrlichen"

Nicht nur mir und meinen Gefährtinnen galt dieses Wort, sondern auch den anderen, die noch kommen würden, denen die gleiche Berufung zuteil wird.



Auch Du bist berufen - bereits! In Dir keimt ein Samenkorn. Auch über Dich spricht Gott - er hat für Dich etwas vorbereitet, wo Du Dich entfalten kannst, wo Du fruchtbar sein kannst. Er hat an Dich gedacht, er hat Dich gewollt.

Nichts davon steht endgültig im Wege, was Dich umgibt.

Glaub: Du kannst da nichts Falsches machen, denn Deine Berufung schenkt er Dir jeden Tag neu. Ihm bist Du zu lieb und zu wertvoll, als dass er sich wegen Missgeschicke, Unfälle, Lebensgeschichte oder Deinen fehlenden Mut verschrecken ließe... 




Gebet:

O Gott, ich bete dich an: du Weisheit, die mich erdacht, Du Wille, der mich gewollt, Du Macht, die mich geschaffen, Du Gnade, die mich erhoben, Du Stimme, die mich ruft, Du Wort, das zu mir spricht, Du Güte, die mich beschenkt, Du Vorsehung, die mich leitet, Du Barmherzigkeit, die mir vergibt, Du Liebe, die mich umfängt, Du Geist, der mich belebt, Du Ruhe, die mich erfüllt, Du Heiligkeit, die mich wandelt, dass ich nimmer ruhe, bis ich Dich schaue: O Gott, ich bete Dich an.



Der 2. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara



Berufung bestehen

Nach dem Testament der hl. Klara:

Ich bin mir bewusst, dass ich das, was mir geschenkt wurde, behüten muss. Zum Großen weiß ich mich berufen - und darauf möchte ich mit Gewissenhaftigkeit und dem Eifer des Geistes und des Leibes antworten! Ich betrat eine Landschaft, die es zu entdecken gibt, für die ich aber auch Sorge und Verantwortung trage! Ich möchte sie nutzen, aber nicht ausnützen. Ich möchte sie veredeln, nicht verkommen lassen.

Mir ist es klar, dass andere auf mich schauen. Ich möchte so leben, dass die Anderen auf mich blickend ermutigt werden, gestärkt, mit Ehrfurcht zu sich selber erfüllt.

Es ist, als ob mich Gott als einen Spiegel gestellt hätte - ja, vielleicht kann ich sagen, dass es meine Berufung ist, ein Spiegel zu sein. Das ermutigt mich, noch mehr Gutes zu tun und innerlich schön und edel zu werden.




Auch Du bist es wert, ein wunderschöner Mensch zu sein! Selbst auf diesem Weg gehend wirst Du andere anziehen, wirst Du Wegweiser für ein Menschenbild sein, der andere zu Würde zu sich selber ermutigt!

Menschsein ist nicht übel, es kann wunderschön sein! Lerne, Dir mit Ehrfurcht und Würde zu begegnen - sie ist bereits da! Vielleicht wirst Du auch ein Bild für Dich und Deine Berufung finden können, wie es für mich der Spiegel ist.




Du, mein Gott.

Gott, ich brauche einen Fels, um darauf zu stehen in dieser fließenden Welt.

Ich brauche einen Boden, der nicht wankt in dieser bebenden Welt.

Ich brauche einen Weg, um mich nicht zu verirren in dieser verwüsteten Welt.

Ich brauche einen Stock, um mich zu halten in dieser gefährlichen Welt.

Ich brauche jemanden, der mich nicht im Stich lässt, in dieser trügerischen Welt.

Gott, sei du mir Fels, sei du mir fester Boden, sei Du mir Weg und Stock, sei du mein Du

jetzt und alle Tage meines Lebens.



(Anton Rozetter)



Der 3. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Berufung begleiten

Nach dem Testament der hl. Klara:

Nachdem ich also von Gott zu meiner Berufung eingeladen war, blieb ich nicht allein! Es gab bald andere Frauen, die zu dem Gleichen berufen wurden - so taten wir uns zusammen und formulierten die wichtigsten Punkte, die dieses Geschenk Gottes charakterisieren.

So haben wir uns entschlossen, unsere Wahl ernst zu nehmen und das taten wir im Versprechen des Gehorsams, dem Licht der Gnade entsprechend, das der Herr uns geschenkt hat. Wir waren nicht körperlich stark und kräftig, hatten aber keine Angst davor, was uns begegnet. Es waren viele Dinge: Not, Armut, Anstrengung, Schwierigkeiten und sogar Verachtung. Unsere Entschlossenheit und Freude aber waren so groß, dass uns dies nichts ausmachte - wir haben in unserer Berufung die innere Kraft dazu bekommen!

Franziskus hat sich sehr darüber gefreut und uns sein Beistand und Fürsorge versprochen. So waren wir uns aneinander Begleiter - wir Schwestern uns gegenseitig, und der hl. Franziskus mit seinen Brüdern. Wir wurden uns zu Schwestern und Brüdern.


Gott beruft jeden einzelnen Menschen, doch trifft mehrere Menschen der gleiche Ruf. Wir sind auf Gottes Bild geschaffen - wir werden erst in einer Gemeinschaft erfüllt.

In einer Menschen-Gemeinschaft sind wir uns alle gleichgestellt. So gestalten alle gemeinsam die Lebensweise; jede/r ist gefragt, verantwortlich, jeder trägt mit und wird mitgetragen.

Glücklich wirst Du nicht da, wo Du Dich nur aufgehoben oder versorgt wissen würdest. Du brauchst Herausfordert zu sein, du brauchst wachsen. Oft sieht ein Ort auf den ersten Blick anders, als Du es Dir vorgestellt hast. Schaue gut! Denn der Kern ist es, was über die Zeiten hinwegträgdt. 




Gott, lass uns leben und sterben, sterben und leben. Lass uns nicht erstarren, lass uns nicht hart werden wie Stein, lass uns nicht unbeweglich sein.

Gott, erwecke uns aus dem Schlaf, hauche uns Leben ein, gutes Leben, immer neues Leben; hauche uns den Geist Jesu ein.

Lass uns aufstehen, auferstehen, lass uns jetzt schon auferstehen aus der Lüge, aus dem Streit, aus dem Unrecht aus dem Unfrieden, aus dem Tod.

Lass uns miteinander auftreten für das Leben, aufstehn für das Leben.

Lass uns das Leben riechen, schmecken, hören, sehen, einatmen, ausatmen. Gib, dass das Leben an uns sichtbar wird, und lass das wahre Leben Jesu sich über alle aus breiten wie der Frühling. Amen.

nach W.Willms







Der 4. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Das Herzstück der Berufung

Franziskus schrieb uns eine Lebensform, in der er uns besonders zum Leben in Armut ermutigt und verpflichtet hat. Doch warum gerade Armut und was ist damit gemeint?

In Armut leben bedeutet, sich mit dem zufrieden zu stellen, was der Tag gibt. Es bedeutet auch , sich damit zufrieden zu stellen, was mein Leben gibt. Ich kann nicht alles haben, ich kann nicht alle Wege gehen.

Doch den MEINEN Weg kann ich gestalten! Ich und auch Franziskus haben uns schlicht eingerichtet. Dann dienten die Sachen uns, nicht wir den Sachen. Das Herz wurde frei, die Zeit des Tages lag vor uns offen wie ein freier Raum. So konnte ich jede Stunde, jede Minute vollen Herzens auskosten. Wir wurden zu Pilgern, derer Lebensraum jeden Tag wie neu ist - neue Landschaft, neue Begegnungen, neue Sicht, neue Herausforderungen.

In Armut leben bedeutet auch, vom Wetter betroffen zu sein - schutzlos dem Leben gegenüber zu stehen. Wer reich ist, muss sich absichern. Wer nichts zu verlieren hat, steht dem Leben offen gegenüber.

Kann man sich ein Lebensglück sichern? Sicher nicht mit Schloss und Verbotsschildern, sicher nicht, wenn man auf seinem Grundstück keine Kinder spielen lässt. Aber sicher, indem man teilt, Freude schenkt, zuhören kann, für Andere da sein kann. So war auch mein Kloster für Besucher immer offen. Viele Kinder kamen auch. Ich habe alle meine Habe an Glück, Da-sein, Leben, Sinn, Herz, Erfahrung, Wohlwollen, Aufmerksamkeit und - ja - Gott, dem Anderen als offene und volle Hand hingehalten. Und ich war überrascht, wie viel durch sie verschenkt werden konnte!



Auch Du trägst in Dir die größte aller Sehnsüchte - die Sehnsucht nach der Hingabe. Sie ist das Herzstück auch Deiner Berufung.

Sie steht aber nicht am Anfang des Weges, sondern in der Mitte. Verschenke nicht Dich selber, denn Du selbst bist ein Geschenk Gottes an Dich! Erkenne Deinen Preis - er ist so hoch, dass Jesus seine Hingabe für Dich bezahlt hat! Wachse und lass Dir Zeit zum Reifen. Deine Früchte, Früchte Deines Lebens, deiner Talente, Gaben, Deiner Lebenskunst... sind es, was Du teilen kannst.

Und liebe den mit ganzer Hingabe, der sich für Dich hingegeben hat. Er allein ist es, der alle Deine Sehnsüchte zu erfüllen vermag.




Über uns und in uns

Du, der über uns bist, du der in uns bist, dass alle dich sehen - auch in mir!

Dass ich den Weg bereite für dich, dass ich danke für alles, was mir widerfährt, dass ich dabei nicht vergesse der anderen Not!

Behalte mich in deiner liebe, so wie du willst, dass andere bleiben in der meinen.

Gib mir einen reinen Sinn, dass ich dich erblicke, einen liebenden Sinn, dass ich dir diene, einen gläubigen Sinn, dass ich in dir bleibe.

Dag Hammarskjöld


 



Der 5. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Das Gelingen der Berufung

Nach dem Testament der hl. Klara

In dem "Startpaket" meiner Berufung war bereits alles erhalten, was ich für ihr Gelingen brauchte. Deshalb habe ich mich immer wieder an diese Zeit erinnert, immer wieder auf dieses Geschenk geschaut, es neu wieder entdeckt.

Es ist wie die Erde, in der ich als Same gelegt wurde. Sie erhält immer die gleichen Stoffe, die mich nähren; egal, ob ich eine kleine, oder schon gewachsene, oder sogar eine reife Pflanze bin.

Aus dem braunen Boden der franziskanischen Bewegung bekam ich immer wieder Demut, Armut, Liebe. Das reichte für meine Berufung. Und Gott selbst hat einen Guten Ruf über mich ausströmen lassen, für nah und fern. Nicht durch mein Zutun, sondern allein aus seiner schenkenden Liebe.



Auch Du bist wie eine Pflanze. Du musst nicht die ganze Welt durchwandern, um satt am Leben zu werden. Deine Berufung kann auch auf einem Ort gelingen - auch an dem, wo Du jetzt gerade stehst.

Nehme Demut an - das Menschsein, was in Dir gelegt ist: Du bist von Gott gewollt und von ihm umsorgt. Du wirst ein wahrer Mensch, wenn Du Dich nicht verzerren lässt durch die trügerischen Bilder der künstlichen Vollkommenheit - ein Anspruch, der Dich kaputt macht. Es reicht, wenn Du arm bist (an Schönheit, an Stärke, an Wissen und Können, an Erfolg)

Du wirst ein wahrer Mensch, wenn Du zu Dir stehen kannst und in Liebe Dein inneres Wesen erkennst und annimmst. So wie Du bist - ein Geschenk- für Dich, für nah und fern... die Wirkung überlasse Gott selber...





Gott, lass mich vertrauen den neuen Wegen, auf die du mich weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend dein Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

Gott, lass mich vertrauen den neuen Wegen und wandern in die Zeit! Du willst, dass ich ein Segen für deine Erde bin. Du hast mir in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, du wirst mich dahin leiten, wo du mich willst und brauchst.

Gott, lass mich vertrauen den neuen Wegen, auf die Du mich gesandt! Du selbst kommst mir entgegen. Die Zukunft ist dein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Nach Klaus Peter Herztsch







Der 6. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Aneinander die Berufung stützen

Nach dem Testament der hl. Klara

Wenn wir uns aneinander aus de Liebe Christi heraus lieben, und diese Liebe, die wir im Inneren haben, nach außen im Werk zeigen, werden wir alle, durch solches Beispiel aufgerufen, beständig in der Liebe zu Gott und untereinander zunehmen.

Eine Gemeinschaft gelingt, wenn Menschen aneinander ohne Angst begegnen können. Wenn Umsicht und Unterscheidungsgabe das Verhalten begleitet. Wenn Bedürfnisse wahrgenommen, ausgesprochen und versorgt werden von dem, was der Herr, uns gibt.

Güte und Umgänglichkeit sind es, die uns aneinander erlauben, unsere Nöte unbesorgt offenzulegen und aneinander zu vertrauen.

Achten wir auf die abgesprochenen Spielregeln, so dass gegenseitige Liebe, Demut und Einmütigkeit herrschen. Dann wird jede Last leichter getragen werden, und alles Beschwerliche und Bittere wird sich in Köstlichkeit verwandeln.



Nicht Du bist es, der für das Wohl allein verantwortlich ist. Auch Du lebst in der Begrenztheit Deiner Verletzungen... In einer Gemeinschaft trägst Du und wirst getragen.

Jesus ist es, der die Liebe in Dir und aus Dir wirken kann. Lass ihn in Dich kommen, schaffe die erste Gemeinschaft mit ihm in Dir. Finde heraus, wonach Du bedürftig bist und sprich es aus. Wenn Du umsorglich Dir gegenüber sein kannst, wirst Du auch die Anderen nicht überfordern.

Die Last der Liebe aneinander tragend erfüllen wir leicht, was Jesus uns gelehrt hat.






Mein Gott, lass aus mir im Leben des Anderen dein Antlitz leuchten.

Das unwiderstehliche Licht deiner Augen, das auf dem Grund der Dinge strahlt, hat mich schon zu jedem Werk begleitet, das ich vollbringen, und zu jedem Schmerz, den ich ertragen musste.

Gib, dass ich dich auch und vor allem in Innersten der Seele meiner Schwestern un Brüder erkenne.

Nach Pierre Teilhard de Chardin







Der 7. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Beharrlichkeit in der Berufung

Aus dem Testament der hl. Klara:

"Weil der Weg und Pfad schmal ist, auf dem man zum Leben geht, und die Tür eng ist, durch die man zum Leben eingeht, sind es wenige, die auf ihm gehen und durch sie eintreten. Und wenn es auch einige gibt, die für eine gewisse Zeit diesen Weg gehen, so sind es doch sehr wenige, die auf ihm ausharren. Selig also, wem es gegeben ist, auf ihm zu gehen und auszuharren bis ans Ende. (Vers 71-73)

Alles auf unserer Erde ist bedroht, nichts ist bombensicher. Wir machen Fehler, wir sind oft unerfahren - so kann es auch passieren, dass wir von unserer Berufung abweichen - vielleicht sogar ganz ungewollt.

Gegenüber diesem Kennen unserer Menschlichkeit und Schwäche steht das Wissen: Der Herr selbst, der den guten Anfang gegeben hat, verleiht auch das Wachstum und die Beharrlichkeit bis ans Ende!

Sei dies, was ich geschrieben habe ein Zeichen des Segens des Herrn, des hl. Franziskus und als Zeichen meines eigenen Segens, die ich mich sehr sorge um alle, die den Schatz ihrer Berufung im Acker der Welt und des eigenen Herzens entdeckt haben!



Die hl. Klara hat ihr Leben lang in ihrer Berufung ausgeharrt. Dies schreibt sie sich ganz und gar nicht selber zu! Das einzige, was sie tat war die Erinnerung und so auch stete Erneuerung.

Alles andere hat sie bloß empfangen: Bloß - unscheinbar, bloß - tagtäglich, bloß - immer mit offener Hand, bloß - Menschlich. Es soll im Grunde alles sehr simpel und einfach sein!

Der Pilgerweg nach Santiago de Compostella steht unter einem Motto, das sich hier gut einfügen lässt: "Die Lösung besteht in den einfachen Dingen, weil die Pilgerschaft (das Leben) die Sache der Einfachen Menschen ist."






Herr, mein Gott, du, die eine Hoffnung, die ich habe, erhöre mich, dass ich nicht müde werde, nach dir zu fragen, sondern allezeit brennend nach deinem Antlitz suche.

Gib du mir Kraft, nach dir zu fragen, denn du ließest dich finden und gabst mir Hoffnung, dich immer mehr zu finden.

Vor dir ist meine Stärke, vor dir ist meine Schwachheit.

Jene bewahre, dieser hilf auf.

Vor dir ist mein Wissen, vor dir ist mein Unwissen.

Wo du mir auftust, nimm mich auf, wenn ich eintrete. Wo du verschlossen hältst, tu mir auf, wenn ich anklopfe.

Dich will ich im Sinn haben, dich verstehen, dich lieben.

Das alles mehre in mir, bis du mich umgestaltest zur Vollendung.

Augustinus.







Der 8. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara



Maria - Vorbild der Berufung

Nach dem 3. Brief der hl. Klara an Agnes von Prag

Scheint Dir alles zu beschwerlich und zu kompliziert zu sein? Ist Deine Berufungssuche irgendwo in der Sackgassen der Gedanken stecken geblieben, ohne ein und auszuahnen?

Es kann alles sehr einfach sein, wenn Du auf Maria, die Mutter Jesu schaust. Tagein - tagaus lebte sie treu ihren Alltag, genau wie alle anderen. Da sie ihre Menschlichkeit bejahte, und sich nicht von den anderen zu unterscheiden suchte, war sie fest auf dem Boden stehend, demütig. Da sie ihre Armut bejahte und mit dem unbedeutenden Ort namens Nazaret zufrieden war, hat sie den inneren Raum der Möglichkeiten entdeckt, der sie fähig machte, dem Willen Gottes frei und offen zu begegnen.

Ein einziges JA erfüllte diesen Raum, zu dem Maria selber zugleich geworden ist!

Siehe - die Seele eines Menschen ist größer als der ganze Himmel! Denn all das, was wir Himmel oder gar Universum nennen, vermag den Schöpfer nicht zu fassen. Die Seele eines Menschen aber kann seine Wohnung und seine Bleibe sein!



Wie Maria diesen Unfassbaren in ihrem Schoß leiblich tragen konnte, so kannst auch Du zum Ort seiner Gegenwart werden. Du kannst den halten, von dem Du gehalten bist, Du kannst besitzen, was nie vergeht.

Deine Berufung ist wie ein freier, breiter Raum, der durch Dein simples Ja erfüllt werden kann, so, dass Du selber der Raum wirst.

Zu großem sind wir Menschen berufen! Und der Weg dazu ist so schlicht: Arm sein genügt...






Gott, öffne mir die Augen, mach weit meinen Blick und mein Interesse, damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne.

Gott, öffne mir die Ohren, mach mich hellhörig und aufmerksam, damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe.

Gott, gib mir ein vertrauensvolles Herz, das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.

Gott, ich weiß, dass ich nur lebe, wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse.



Nach Willi Lambert







Der 9. Tag Novene zur Heiligen Klara – Novene Heilige Klara

Berufung zur Ewigkeit.

Nach der hl. Klara

Die Welt ist als ob umgedreht. Ich habe festgestellt, dass man alles von der anderen Seite lesen und schauen soll - dann erkennt man die Realität.

Wenn Du in den Spiegel schaust, siehst Du Dich seitenverkehrt. Du müsstest von der Seite des Spiegels her schauen, um Dich richtig zu sehen. Dieser Spiegel ist Christus. Er steht zwischen dem, was die Welt von Gott her war und dem, wie sie geworden ist.

Jesus wusste es: Reich wird, wer arm ist, gesund, wer seine Krankheit zugesteht, selig ist, der - welche auch immer - Not leidet, weil er nah dabei ist, den Dreh zu entdecken.

Alles, was uns umgibt, hat einen Wert. Dieser ist aber bloß das Spiegelbild der Realität! Das, was vergänglich ist, zeigt, dass es an der anderen Seite des Spiegels Ewigkeit gibt.

Deshalb sage ich oft: Es ist bereits da, was in Dir als Sehnsucht gelegt ist! Du besitzt bereits, was Dir versprochen ist, Du kannst den halten, von dem Du bereits gehalten bist, Du kannst bereits sein, wer Du werden wirst.



Schau auf Jesus. Erblicke ihn, schau auf ihn, halte seinem Blick stand - halte seinen Blick aus. In ihm erkennst Du Dein wahres Antlitz - nicht das, was sich ändert und vergeht, sondern das, was Du selber bist. Dein Da-Sein ist Deine persönliche Berufung. Sie erfüllst Du, indem Du immer mehr Du wirst, echt, wahr, konkret, unzerstörbar, ewig. Habe keine Angst davor! Alles, was echt ist, ist wunderbar!






Jesus, Du bist anders

Du stellst dich zur Ehebrecherin, als sich alle von ihr distanzierten.

Du kehrtest bei dem Zolleinnehmer ein, als sich alle über ihn empörten.

Du riefst die Kinder zu dir, als sie alle wegschicken wollten.

Du vergabst dem Petrus, als er sich selbst verdammte.

Du lobtest die opfernde Witwe, als sie von allen übersehen wurde.

Du versprachst dem Schächer das Himmelreich, als ihm alle die Hölle wünschten.

Du riefst Paulus in die Nachfolge, als alle ihn als Verfolger fürchteten.

Du flohst den Ruhm, als alle dich zum König machen wollten.

Du liebtest die Armen, als nur die Reichen etwas galten.

Du heiltest Kranke, als sie von allen aufgegeben waren.

Du schwiegst, als alle dich verklagten, verspotteten und auspeitschten.

Du starbst am Kreuz, als alle ihr Pessach feierten.

Du nahmst die Schuld auf dich, als alle ihre Hände in Unschuld wuschen.

Du erstandest vom Tod, als alle meinten, nun sei es zu Ende.



Jesus, ich danke dir, dass du anders bist.



(Verfasser unbekannt.)